Kremerata Baltica
Gegründet 1997 von dem berühmten Geiger Gidon Kremer, gilt das Grammy-prämierte Kammerorchester Kremerata Baltica als eines der profiliertesten internationalen Ensembles Europas.
Maestro Kremer wählte bewusst junge Musiker, die von einem Enthusiasmus beseelt sind, der die gefürchtete „Orchesteritis“ abwehren soll, die viele professionelle Orchestermusiker befällt. Die kreative Herangehensweise an die Programmgestaltung ist ein wesentliches Merkmal der künstlerischen Identität der Kremerata Baltica: Sie wagt sich oft abseits ausgetretener Pfade und hat zu Uraufführungen von Werken von Komponisten wie Arvo Pärt, Giya Kancheli, Pēteris Vasks, Leonid Desyatnikov und Alexander Raskatov geführt.
Seit ihrer Gründung ist die Kremerata Baltica in über 50 Ländern und 600 Städten aufgetreten und hat weltweit mehr als 1000 Konzerte gegeben. Das breite und sorgfältig ausgewählte Repertoire des Orchesters spiegelt sich auch in seinen zahlreichen, einstimmig gelobten Aufnahmen wider. Ihr Album mit Werken von Mieczysław Weinberg, erschienen bei ECM, wurde 2015 für einen Grammy Award nominiert; ihre Aufnahme der Klavierkonzerte von Schostakowitsch mit Anna Vinnitskaya erhielt 2016 den ECHO Klassik. Die gemeinsam mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Mirga Gražinytė-Tyla entstandene Aufnahme der Sinfonien Nr. 2 und Nr. 21 von Weinberg wurde 2020 mit einem Gramophone Award ausgezeichnet.
Im Jahr 2020 verhinderten die Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie, dass das Orchester wie gewohnt zusammenkommen, proben, Konzerte geben und reisen konnte. Doch seine in verschiedenen Ländern verstreuten Mitglieder verloren nichts von ihrem Wunsch, zu spielen und dem Publikum Freude zu bereiten. Diejenigen, die in Litauen leben, begannen, Programme vorzubereiten und Konzerte vor Ort zu geben, während die in Lettland ansässigen Musiker in Lettland und Estland auftraten. So entstanden die Kremerata Lithuanica und später die Kremerata Lettonica.
Die Kremerata Baltica ist auch ein Vehikel, um Gidon Kremers reiche künstlerische Erfahrung an die jüngeren Generationen weiterzugeben und gleichzeitig das musikalische und kulturelle Leben der baltischen Länder zu fördern.